Schule für existenzialpsychologische Therapie

Das Bildungsangebot

 

Das Bildungsangebot der Schule umfasst Gruppen und Seminare, Lehrtherapien (Ausbildungstherapien) und Supervisionen. Es richtet sich an Menschen aus den Feldern der Beratung, Sozialarbeit, Seelsorge und den klinischen Bereichen, an Frauen und Männer, die in das therapeutische Berufsfeld neu hineinwachsen wollen (Ausbildung, s.u.) wie auch an solche, die bereits therapeutisch arbeiten und sich in ihrer bisherigen Berufsausübung zusätzlich qualifizieren und ergänzen wollen (Fortbildung).

 

Alle Kurse sind zahlenmäßig begrenzt, so dass eine individuelle Arbeit mit den KursteilnehmerInnen möglich ist.

 

Die Schule für existenzialpsychologische Therapie wurde 2008 von Dr. Wernher P. Sachon gegründet. Sie hat sich aus verschiedenen Fortbildungskursen heraus entwickelt. Ein Beirat unterstützt die Arbeit der Schule. Die Organisation und Kursbetreuung liegt in den Händen von Doris Lundgreen. In einem jährlichen Sommertreffen (Gathering), jeweils am letzten Juli-Wochenende, treffen sich Schüler, Ehemalige und Interessierte zu Austausch und Begegnung.

Die Kurse finden statt im Seminarhaus ‚Bildungshof Preißinger’ in Oberegg (Landkreis Unterallgäu), im Seminarraum der ‚Kuroase im Kloster’ in Bad Wörishofen und in den Praxisräumen Dr. W. Sachon in Bad Wörishofen, Am Anger 10. Dort steht den Kursteilnehmerinnen und Schülern eine Präsenzbibliothek für das Eigenstudium zur Verfügung.

 

 

Programm

 

Fortlaufende Kurse sind: Der vierjährige Grundkurs Existenzialpsychologische Therapie I-IV, die Übungs- und Supervisionsgruppe Exist-TherapiePraxis und das Philosophicum für Therapeuten Philosophische Praxis. Dazu kommen Fortbildungskurse zu Spezialthemen in wechselnden Zeitabständen (z.B. Wachsende Ringe; Entwicklungsstufen des Selbst; Seinspraxis u.a.), eine Ausbildungstherapie (siehe unter ‚Lehrtherapie’) und Fortbildungssupervisionen.

 

Der Grundkurs Existenzialpsychologische Therapie I-IV führt ein in die theoretischen Grundlagen einer existenzialpsychologischen Orientierung in Therapie und Beratung. Die methodischen Bausteine des Kurses sind: Vortrag und Diskussion, Kleingruppenarbeit für das phänomenologische Selbststudium, praktisches Üben und Übungspraxen des Leibes, der Achtsamkeit und Präsenz.

Der Kurs Philosophische Praxis ist als ein ‚Philosophicum für Therapeuten’ konzipiert. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass Psychotherapie – verstanden als Veränderung durch Dialog und therapeutische Beziehungs-gestaltung -  historisch wie methodisch in der Philosophie ihre Wurzeln hat.

Im Mittelpunkt des Kurses Exist-TherapiePraxis stehen Prozessarbeit, praktisches Üben in der Dyade Therapeut-Klient und supervisorische Fallbesprechungen.

 

 

Ausbildung

 

An der Schule kann auch eine Ausbildung absolviert werden. In ihrem Zentrum steht die individuelle Ausbildungstherapie (Lehrtherapie). Diese Art der Ausbildung ist personzentriert, auf den individuellen Teilnehmer abgestellt und als eine ‚Lehre’ konzipiert. Ihr Ziel ist es, die Auszubildenden sowohl in fachlicher wie in persönlicher Hinsicht zu befähigen, Therapie und Beratung für Erwachsene im Sinne einer existenziellen Orientierung selbständig durchzuführen.

 (Es wird darauf hingewiesen, dass für ein heilkundliches Tätigwerden die Voraussetzungen des § 1 PsychThG oder § 1 HPG erfüllt sein müssen. Diese Ausbildung ist keine psychotherapeutische Ausbildung zur Behandlung psychischer Störungen. Störungsspezifische Behandlungsmethoden können jedoch durch eine existenzielle  Orientierung in der Art und Weise ihrer Anwendung erweitert und ergänzt werden.)

 

Voraussetzung für eine Ausbildung ist ein Mindestalter von 35 Jahren, eine abgeschlossene Berufsausbildung und praktische Berufserfahrung, wenn möglich im psychosozialen Bereich (Ausnahmen möglich). Ein Bewerbungsschreiben und ein Vorgespräch sind erforderlich. Soweit Plätze vorhanden sind kann idie Ausbildung jedes Jahr begonnen werden.

 

 

Therapieansatz

 

An der Schule wird ein existenzielles, am Menschsein und seinen Möglichkeiten ausgerichtetes therapeutisches Arbeiten gelehrt, das nicht nur in einen psychologischen, sozialen und biologischen, sondern auch in einen - diese umfassenden - philosophischen Bezugsrahmen eingebunden ist. Übungspraxen des Leibes, der Achtsamkeit und Präsenz sind Teil jedes Kurses. Der Therapieansatz ist entwicklungs- und beziehungsorientiert.

(Informationen zur existenzialpsychologischen Therapie finden Sie unter: ‚Kurzbeschreibung existenzialpsychologische Therapie’)

 

Die Schule steht in der Traditionslinie existenziell-humanistisch ausgerichteter Therapieansätze, insbesondere der Initiatischen Therapie von Karlfried Graf Dürckheim und Maria Hippius, den existenziellen Richtungen der Gestalttherapie, dem dialektischen Therapieverständnis von C. G. Jung und dem existenziellen Psychotherapie-Ansatz von Irving Yalom.

 

 

Anliegen

 

Eine personale, humanistisch-existenzielle Bildung von Therapeuten ist gerade in unserer Zeit besonders bedeutsam, da sich der politische Trend, die Psychotherapie ausschließlich im Sinne eines medizinischen Behandlungsverfahrens zu definieren, weitgehend durchgesetzt hat. Zunehmende Ökonomisierung, Schematisierung und Entpersonalisierung der Psychotherapie sind die Folge. Die zukünftigen Therapeutengenerationen werden derzeit in diesem Sinne ausgebildet.

IRVIN YALOM, der bekannte amerikanische Buchautor und Psychotherapeut mit existenzieller Ausrichtung, schreibt dazu: „Ich sorge mich um die Psychotherapie – um ihre Deformation durch ökonomische Zwänge und um ihre Verarmung durch radikal gekürzte Ausbildungsprogramme. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass auch künftige Therapeuten aus verschiedenen pädagogischen Disziplinen (Psychologie, Beratung, Sozialarbeit, Seelsorge, klinische Philosophie) weiterhin eine gründliche Ausbildung anstreben und selbst unter dem Druck der Realitäten des Gesundheitssystems Klienten finden werden, die ein umfassendes Wachstum und Veränderung zum Ziel haben und willens sind, sich auf eine zeitlich offene Therapie einzulassen.“

 

Es zeigt sich immer deutlicher, dass es einen wachsenden Bedarf an Therapeuten für eine personal und dialogisch ausgerichtete existenzielle Therapie gibt. Wir benötigen derzeit mehr denn je umfassend und personal gebildete Therapeuten und Therapeutinnen, die es ihren Klienten ermöglichen, nicht nur spezifische Funktionen wiederherzustellen, sondern sich als Person auf allen Ebenen ihres Seins  weiterzuentwickeln. Hierzu einen Beitrag zu leisten ist das Anliegen aller an der Schule tätigen Personen.