Natur und Gesundheit

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N a t u r    u n d    G e s u n d h e i t
Einführung in die Naturtherapie für Gesundheits-, Heil und Pflegeberufe

 

 

„Ich glaube, dass ich meine körperliche und geistige

Gesundheit nur bewahre, indem ich täglich mehrere

Stunden damit verbringe, absolut frei von allen

Forderungen der Welt durch den Wald und über Hügel

und Felder zu schlendern.“

(Henry David Thoreau)

 

 

Die N a t u r t h e r a p i e (Exist)   ist eine spezielle, existenziell ausgerichtete Therapieform, die den Erlebensraum Natur systematisch auch für salutogene Zwecke der Prävention und Rehabilitation, d. h. für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit einsetzt.

 

Ähnlich wie die Ernährungs- und Bewegungstherapie ist die Naturtherapie zu einer wichtigen Säule in der Gesundheitsvorsorge des modernen, überzivilisierten Menschen unserer Zeit geworden. Sie ist auch klinisch-kurativ zur Unterstützung von Selbstheilungs- und Genesungsprozessen bei krank gewordenen Menschen einsetzbar. Als eine naturbasierte psychologische Therapieform ist sie besonders geeignet als Ergänzung zu naturheilkundlichen somatischen Behandlungsansätzen.

 

Durch die Einseitigkeit und Naturwidrigkeit unseres modernen Lebensstiles sind wir heute ganz spezifischen G e s u n d h e i t s r i s i k e n  ausgesetzt: Durch die Einflüsse der Konsum- und Überflußgesellschaft kommt es zur Fehlernährung, durch die Automatisierung und Digitalisierung der Arbeits- und Lebensvollzüge kommt es zu einem Bewegungsmangel und durch unsere artifizielle, technikbestimmte Umwelt zu einem Naturmangel (nature-deficit-disorder). Eine fast vollständig technisierte Umwelt ist für die Psyche des lebendigen Menschen schon insofern schädlich, als sie für ihn nie zu einer Mitwelt werden kann, mit der er in einer lebendigen Resonanzbeziehung steht. Der sich zunehmend einer denaturierten Umwelt anpassende Mensch wird dabei selbst in einem Maß denaturiert, das auch seine natürlichen Fähigkeiten zur Selbstregulation und Selbstheilung, d.h. seine natürlichen Tendenzen zum Gesundsein erheblich einschränkt. In dieser Verfassung ist er nicht nur anfällig geworden für chronische Stress- und Erschöpfungszustände, sondern generell einem deutlich erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Die Entstehung der Naturtherapie ist auch ein Ausdruck der spezifischen Gesundheitsrisiken, die mit diesen Lebensbedingungen und -weisen in der modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft verbunden sind. Ihnen liegt insgesamt die Missachtung der Tatsache zugrunde, dass der Mensch auch ein Naturwesen ist.

 

Hier setzen die präventiven, die klinisch-kurativen und rehabilitativen Instrumente und Methoden der Naturtherapie an. Anders als eine bloße Natur-Wellness ist dastherapeutische In-der-Natursein eingebunden in eine therapeutische Beziehung. Sie ist der notwendige Rahmen dafür, dass sich nicht nur vorübergehende Zustandserleichterungen ergeben, sondern auch positive strukturelle Veränderungen im Hinblick auf zentrale psychische Gesundheitsparameter - wie etwa dem Kohärenzempfinden (Salutogenese), der Selbstkohärenz (Kohut), der Selbstwirksamkeit (Resilienz) -  erreicht werden können.

 

Das erlebensorientierte therapeutische Arbeiten in und mit der Natur nutzt nicht nur die positiven p h y s i o l o g i s c h e n Einwirkungen des In-der-Naturseins auf den menschlichen Organismus (z.B. Senkung der Stresshormone, des Blutzuckerspiegels, des Blutdrucks, Stärkung der Immunabwehr durch Steigerung der Anzahl der Killerzellen, Schmerzlinderung), sondern vor allem auch die vielfältigen gesundheitsfördernden p s y c h i s c h e n Wirkungen (z.B. Beruhigung u Entspannung, Stimmungsaufhellung und Antrieb, Rhythmisierung, Stärkung des Selbst durch Steigerung der Selbstkohärenz, Selbstwirksamkeit und des Selbstwertgefühls).

 

Das therapeutische In-der-Natursein der Naturtherapie ist darüber hinaus immer auch ein Ü b u n g s r a u m für gesundheitsfördernde Haltungen und Existenzweisen (z.B. Erdung, Durchlässigkeit, Empfänglichkeit, Resonanzfähigkeit, Gelassenheit, Achtsamkeit), deren salutogene Wirkweise darin besteht, dass sie unsere Fähigkeit zur Regeneration und Reorganisation des Selbst überhaupt erst begründen und/oder stärken. Die Naturtherapie kann ihre gesundheitsfördernden präventiven Wirkungen vor allem dann entfalten, wenn die im therapeutischen In-der-Natursein geübten Existenzweisen und Haltungen Teil einer Übungs- und Lebenspraxis im Alltag werden.

 

Dabei eignen wir uns wieder den Existenzmodus ‚Natur‘ an. Im Kontakt mit der lebendigen, aus sich selbst heraus wirkenden Seinsweise der elementaren, der pflanzlichen und der tierischen Welt wird dieser ursprüngliche Modus auch für den Menschen unserer Zeit wieder erfahrbar und ins eigene Selbst integrierbar. Denn es ist diese ursprüngliche Daseinsweise, die den Erholungs-, Heilungs- und Regenerationsprozessen die günstigsten Bedingungen zu ihrer wirksamen Entfaltung  bieten.

 

Das vorübergehende Freisein von ‚allen Forderungen der Welt‘ (Thoreau) begründet die zentralen psychischen Wirkmechanismen der Naturtherapie. Nur in der ‚freien Natur‘ eröffnen sich uns neue Spielräume für Selbstprozesse, werden die Kräfte der Selbstregulation und Selbstheilung in uns geweckt. Im freien In-der-Natursein werfen wir die Fesseln ab und lassen uns von der Natur berühren – das heisst: Wir spüren die Resonanz von elementaren Naturqualitäten und Naturatmosphären im eigenen Selbstempfinden, erleben dabei wieder elementares, ursprüngliches Selbstsein, das immer echtes Selbstsein ist. Diese Erfahrungsmöglichkeit setzt eine unmittelbare, sinnenhaft-leibliche Beziehung zur Natur voraus. Nur in diesem Modus, nicht im gewohnten kognitiven Modus des Ichbewusstseins, können wir uns selbst auf einer unmittelbaren vitalen Ebene beeindrucken lassen von der Natur.  

 

I n h a l t e dieses einführenden Kurses sind sowohl theoretische Grundlagen (Gesundheitstheorie, Psychologie des therapeutischen In-der-Naturseins, indikationsspezifische Einsatzbereiche der Naturtherapie) wie auch praktische Übungen zu verschiedenen Instrumenten und Methoden.

(Schwerpunkte sind dabei:  Natur als gesunde Wirklichkeit – die elementare Resonanz zwischen Mensch und Natur anhand der 4 Elementen-Lehre./ Erdung, die absinkende Bewegung ins Da-sein./ Rhythmisierung des Selbst. Die jahreszeitliche Existenzweise  / Instrumente und Methoden: Das freie Umherstreifen (Walking) / Das atmosphärische Baden ( ‚Auftanken‘) in der Natur / Das salutogene therapeutische Spiegeln)    

 

T e i l n a h m e . Eine abgeschlossene Berufsausbildung im pädagogisch-therapeutischen Bereich von Gesundheits-, Pflege- oder Heilberufen ist hilfreich, aber keine unabdingbare Voraussetzung. Notwendig ist jedoch die ernsthafte Bereitschaft, sich auch auf eine Selbsterfahrung einzulassen und an der eigenen Haltung zu arbeiten.

 

 

 

T e r m i n  2 0 1 7 :

Fr, 15.09., 9.30h – So, 17.09., 13.00h

 

 

Ort: Die Kurse finden statt im Gruppenraum des Bildungshofs Preißinger, einem bäuerlichen Seminarhaus im oberen Mindeltal, Landkreis Unterallgäu. Anschrift: 87782 Oberegg, Obere Hauptstr. 55, Tel. 08269 – 1047

 

Unterkunft, Verpflegung: Unterkunft im Bildungshof Preißinger möglich in einfachen Zwei-, Drei- und Mehrbettzimmern bzw. Zeltplatz mit Verpflegung oder in Einzelzimmern/Ferienwohnungen in der nahen Umgebung. Für die Buchung der Unterkunft auf dem Bildungshof Preißinger sind die TeilnehmerInnen selbst zuständig. (Mail: marlene.preissinger@web.de)

 

Anmeldung (schriftlich, mit dem Anmeldeformular):Schule für Naturtherapie,Postf. 1620, D-86819 Bad Wörishofen

 

Teilnahmegebühr:  290,- €

 

Kursleitung: Christine Lallinger (Naturtherapeutin/Heilpr. f. Psychotherapie) und Claudia Sachon (Kneipp-Gesundheitstrainerin/ Bewegungstherapeutin)

 

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Anmeldeformular zum Download

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