‚Geh aus mein Herz und suche Freud’

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Singen in der Naturtherapie:

Geh aus mein Herz und suche Freud

Sing-Praxis für NaturtherapeutInnen und solche, die es werden wollen

 

 

‚Geh aus mein Herz und suche Freud’ - so heisst es in dem ‚Sommergesang’, einem alten Kirchenlied von Paul Gerhard.

 

Das Singen gehört zu den ältesten therapeutischen Praxen der Menschheit: Wir singen seit jeher gegen die Angst und zur Beruhigung, gegen die Isolation und für das Verbundensein, gegen die Verhärtung und für die Öffnung des Herzens – wir singen, um die Freude des gemeinsamen Lebendigseins wieder zu spüren.

 

In der Naturtherapie, insbesondere in unserer Ritualarbeit, hat das gemeinsame Singen einen hohen Stellenwert, da die Erfahrung menschlicher Gemeinschaft in der Naturtherapie ein wesentlicher Wirkfaktor ist. ‚Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder’, heisst es im Volksmund.Das Singen ermöglicht gemeinsame, d.h. miteinander geteilte Erfahrungen von Verbundenheit, Freude und Zuversicht. Es hilft uns dabei, dass aus einer therapeutischen Gruppe auch eine menschliche Gemeinschaft wird.

 

Im Singen und Tönen beheimaten wir uns wieder im Leibe. Deshalb ist das Singen für uns immer auch Leibtherapie, eine Übung des Selbst-Leibseins. Der fließende Atem, das Klingen und Schwingen von oben bis unten, machen uns wieder durchlässig – wir  selbst werden zu einem großen Resonanzraum, auch für unser Gefühlsleben: Lebensfreude kann uns nur dann erfassen und sich ausbreiten in uns, wenn es durchlässige und mitschwingende Leibesräume für sie gibt. Ein geschrumpfter und erstarrter Leib kann keine Freude empfinden. Das Herz geht uns in der Gemeinschaft singender Menschen ja besonders leicht auf – schöne Melodien und Texte rühren uns an und bringen auch unser Herz zum Schwingen und Klingen. Auch der ‚Sommergesang’ von Paul Gerhard endet mit einem Bild des geöffneten menschlichen Herzens: Ich singe mit, wenn alles singt, / und lasse, was dem Höchsten klingt, / aus meinem Herzen rinnen.

 

Beim Singen die eigene Stimme wieder zu entdecken ist eine tiefgehende Selbsterfahrung. Mein eigener Ton, mein eigener Klang – wir tasten uns im therapeutischen Singen, in dem es nicht um richtig oder falsch, nicht um ein ‚schönes’ Singen geht, an uns selbst heran. Wenn es uns gelingt, unsere eigene Stimme zu befreien, dann haben wir auch uns selbst befreit. So kann das Singen zu einer beglückenden Erfahrung des Wieder-Einsseins mit sich selbst werden.    

 

Das gemeinsame Singen unterstützt Genesungs- und Heilungsprozesse, ist eine Quelle neuer Kraft und wirkt tröstend gerade in den schweren Zeiten von Krankheit und Krise. Singen ist ein Gesundheitserreger, wirkt wie ein Lebenselexier, ein Antidepressivum, hilft aus dem gewohnten Gedankenkarusell auszusteigen und setzt einen Glückscocktail aus verschiedensten

Gehirnbotenstoffen frei. Das gemeinsame Singen hilft den psychisch und körperlich erkrankten Menschen auch deshalb, weil es dazu beiträgt, den Organismus wieder in einen Zustand natürlichen, d.h. rhythmischen Schwingens zurückzuführen, die verschiedenen Schwingungsprozesse und rhythmischen Vorgänge das Körpers (Nervenzellen, Atem und Herz u.am.) harmonisch aufeinander abzustimmen. Singen ist deshalb auch eine Art Resonanztherapie: Refrains, die über längere Zeit wiederholt werden wie Mantras, können die verschiedenen Körperrhythmen zu einem synchronen Schwingen anregen.

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All dies und noch viel mehr ist nur möglich, wenn die Gruppenleiter selbst ihre Freude am Singen (wieder)entdeckt haben, durchlässig geworden sind im Leib für das Klingen und Schwingen der Melodien und Rhythmen. Dazu ist es notwendig, das eigene Singen vom Leistungsdenken und von Erwartungen des ‚schön Singens’ zu entkoppeln, spielerisch und mit viel Experimentierfreude heranzugehen an diesen wunderbaren Ausdruck unseres Lebendigseins als Mensch: „Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet.“  (Johann Wolfgang von Goethe)

 

Mit diesem Seminar beginnen wir eine Kursreihe, die die Möglichkeiten des Singens in der Naturtherapie praktisch vermittelt. Wir singen sowohl in der Mindelhütte als auch im Wald, am Wasser, auf den Wiesen, in der Abend- und Morgendämmerung – dort, wo die Stimmungen und Atmosphären der Natur den Gesang in besonderer Weise anregen.  Z i e l  dieser Kurse ist es, das Singen in die naturtherapeutische Arbeit zu integrieren und anleiten zu können, ein Repertoire von Lieder, die auch inhaltlich für unsere Arbeit geeignet sind, zur Verfügung zu haben. Es sind keine gesangsmäßigen oder musikalischen Vorkenntnisse erforderlich.

 

 

T e r m i n  2 0 1 7 :

Do, 27.07., 9.30h – Fr, 28.07., 13.00h

 

 

Ort: Der Kurs findet statt auf dem Bildungshof Preißinger, einem bäuerlichen Seminarhaus im oberen Mindeltal, Landkreis Unterallgäu. Anschrift: 87782 Oberegg, Obere Hauptstr. 55, Tel. 08269 – 1047

 

Unterkunft, Verpflegung: Unterkunft im Bildungshof Preißinger möglich in einfachen Zwei-, Drei- und Mehrbettzimmern bzw. Zeltplatz mit Verpflegung oder in Einzelzimmern/Ferienwohnungen in der nahen Umgebung. Für die Buchung der Unterkunft auf dem Bildungshof Preißinger sind die TeilnehmerInnen selbst zuständig. (EMail: marlene.preissinger@web.de)

 

Anmeldung: Das Anmeldeformular bitte schicken an: Schule für Naturtherapie, Postf. 1620, D- 86819 Bad Wörishofen, e-Mail: info@schule-fuer-naturtherapie.de

 

Teilnahmegebühr:  125,- €

 

Kursleitung: Vera Oostinga (Naturtherapeutin i.A., MA Umweltbildung, Sängerin im Trio ORENDA)

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Anmeldeformular zum Download

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